Elternrechte einfordern Wir die Eltern 

 

 

 

Michaela und Peter Butz

Zum Wohle des Kindes

 

Uns ist das Thema deshalb so wichtig, weil es uns persönlich betraf und immer noch betrifft. Viele dieser Probleme die wir aufgelistet haben durchlebte unsere Familie selbst.

Es begann mit dem Wechsel in die Mittelschule. Wir kontaktierten deswegen regelmäßig die Klassenleitung, später nachdem es immer unerträglicher wurde die Schulleitung. Wir reden hier von Mobbing, später auch Körperverletzung, Diskriminierung durch einen externen Mitarbeiter in der Schule und dem massiv gestörten Vertrauensverhältnis zur Schule. Unserem Kind ging es im Laufe dieser langen Zeit immer schlechter.Je mehr wir uns für unser Kind einsetzten, umso größer wurde der uns entgegen gebrachte Widerstand. Die Fronten zwischen der Schule und uns verhärteten sich immer mehr. Nach langen erfolglosen Gesprächen, auf Wunsch unseres Kindes und der Empfehlung der Ärztin sowie der dazugehörigen ärztlichen Bescheinigung, stellten wir einen Gastschulantrag. Doch da ging es erst richtig los.

 

Die Schule behauptete die Probleme wären im persönlichen Umfeld des Kindes zu suchen und nicht in der Schule. Ihnen wären derartige Vorfälle so nicht bekannt. Wir konnten mit Zeugen beweisen, dass wir die Schule informiert hätten bzw. wie viele Gespräche wir mit der Schule geführt hatten. Wir haben das Schreiben der Staatsanwaltschaft, bezüglich der Anzeige wegen Körperverletzung überreicht. Trotz alle dem war es uns nicht möglich, unser Kind, aus dieser von ihm empfundenen Hölle herauszuholen. Wir alle könnten es nicht fassen dass der Gastschulantrag aufgrund der Stellungnahmen der Schule abgelehnt wurde. Wir waren deswegen selbst Wochen zuvor beim Bürgermeister (mit Zeugen) und sprachen vor. Er wollte sich für unser Kind einsetzten, naja. Die Schule stellte in ihren Stellungnahmen Mutmaßungen über unsere Familie und unsere Lebensweise an.  Sie dachten an, das unser Kind von der Mutter wohl genordet werden würde, u.v.m. Sie boten uns ja schließlich an, das Kind könne ja in die Parallelklasse gehen, was wir und unser Kind ablehnten. Die Problematik war ja nicht auf die Klasse beschränkt. Sie behaupteten dann sogar unser Kind hätte gesagt, es fühle sich wohl in der Schule und wir hätten das auch bestätigt. Laut Schule war unser Kind eigentlich immer schon ruhig und introvertiert. Der ersichtliche Notenabfall wäre für sie nicht erkennbar,  denn sie wären exakt wie in der Grundschule. Ich könnte noch mehr schreiben aber das heb ich mir auf. Die Schülerakte zum Beispiel war frei von den gemeldeten Vorfällen, völlig sauber. Fast vorbildlich!

Man muss sich vorstellen, wir waren  regelmäßig mit Zeugen, um unserem Kind zu helfen, bei  Gesprächen und Mediationen in der Schule. Eine Mitarbeiterin vom Schulamt selbst war nur an einem der Mediationsgesprächen anwesend, schlecht vorbereitet und für uns merklich, empfindlich genervt. Für den nächsten Termin hatte sie keine Zeit mehr. Die Gespräche führten zu gar nichts. Immer wieder betonten wir, es geht um das Wohl eines Kindes, unserem Kind. Wir  plädierten an die Beteiligten als Eltern, ohne Erfolg. Die Schule blieb dabei, sie sehe keinen Grund einem Schulwechsel zuzustimmen. Irgendwann hatten wir, weil es gefordert wurde, eine ärztliche Bescheinigung, eine psychotherapeutische Empfehlung und einen medizinischen Befundbericht einer Psychologin , die alle angeraten haben einem Gastschulantrag stattzugeben "Zum Wohle des Kindes".

Nach der 2. Ablehnung des Gastschulantrags haben wir auch begonnen gegen die Stadt Neustadt an der Donau und deren Entscheidung zu klagen. Einem Eilverfahren wurde nach monatelangem Streit nicht stattgegeben. Das heißt, wir hätten in dem langen Verfahren bleiben müssen. Monate oder womöglich Jahre wären das gewesen.  Unser Kind war aufgrund der Vorfälle schon ca. 6 Monate schulunfähig geschrieben. Tageweise versuchten wir es immer wieder, bis es zu Panikattacken mit Hyperventilation kam, da war es zu viel. Die psychosomatischen Beschwerden waren für alle erkennbar.

Das ganze von den ersten Problemen an, waren ca. 1,5 Jahre. Immer noch nicht kamen wir weiter, denn die Stadt lehnte weiterhin ab, dem Gastschulantrag stattzugeben. Da sahen wir keinen Ausweg mehr, wir mussten unserem Kind endlich irgendwie helfen. Es müsste wieder in die Schule, einen geregelten Tagesablauf haben, was zur Genesung und persönlichen Entwicklung beiträgt.  So trafen wir als Familie eine weitreichende Entscheidung: Ich als Mutter zog mit meinen Kindern weg, damit unser Kind einen Neuanfang in der neuen Schule starten kann. 

Durch die unserer Meinung nach, womöglich politisch, nicht menschlich sozial geleitete Entscheidung und in ihren Kompetenzen gekränkt gefühlten Personen, wurde unsere Familie gezwungen sich häuslich zu trennten. Eine Familie 2 Wohnorte. 

Das war und ist aber noch lange nicht alles was wir uns gefallen haben lassen müssen, immer noch.  ( weitere Beiträge folgen) Es gibt aber auch gute Nachrichten.  Unserem Kind wurde eine Langzeittherapie zur Verarbeitung der erlebten Vorfälle genehmigt. Mittlerweile geht es unserem Kind sehr viel besser. Das Selbstwertgefühl ist wieder gestiegen, es lacht, hat immer mehr Spaß, wird immer glücklicher und hat neue Freunde gefunden. Es fühlt sich unglaublich wohl und gut aufgehoben in der neuen Schule. Selbst die Noten haben sich verbessert. Ein großer Dank gilt dem unvergleichlich tollen Einsatz der Schulleitung und den Lehrkräften der neuen Schule, sie haben mit Herz, Verstand und Kompetenz unserem Kind eine behutsame Eingliederung ermöglicht und haben immer ein offenes Ohr für Ängste die es manchmal hat.

 

Peter und Michaela Butz  

 

 

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